Entering the Tiger Zone

WIE GANZ „NORMALE“ MENSCHEN ZU KHMER ROUGE WURDEN

Eine fotografisch-wissenschaftliche Ausstellung von Timothy Williams und Daniel Welschenbach

 

Zwischen 1975 und 1979 herrschte in Kambodscha ein Regime, das rücksichtslos und radikal seine Vorstellung einer maoistisch-nationalistischen Revolution umzusetzen versuchte. Über 1,7 Millionen Menschen verloren ihr Leben. Systematisch wurden Menschen aus Städten vertrieben. Eigentum, Familie, das Individuum hörten auf zu existieren.

Wer aber waren die Täter? Was hat diese Menschen bewegt? Was hat sie angetrieben? Was bedeutet für sie die Rolle, die sie eingenommen haben? Und wie leben die Täter heute? Die Ausstellung „Entering the Tiger Zone“ von Timothy Williams und Daniel Welschenbach versucht diesen Fragen nachzugehen. Timothy William hat für die Ausstellung 40 Jahre nach der Machtergreifung der Khmer Rouge eine Vielzahl ehemaliger Khmer Rouge-Milizionäre interviewt.

Die Aussagen der Täter werden in der Ausstellung mit Erkenntnissen aus verschiedenen wissen­schaftlichen Disziplinen kontrastiert.

 

Daniel Welschenbachs in Kambodscha entstandene Fotografien ergänzen diese Forschungsergebnisse aus dem Blickwinkel des Fotografen. Sie zeigen die Interviewten in ihrem alltäglichen Umfeld, ohne mit der Darstellung eine Wertung zu verbinden. Die Ausstellung erkundet, wie Menschen zu Mitgliedern einer radikalen Bewegung werden und thematisiert so die Brüchigkeit des “Normalen” und die Fähigkeit des Menschen, Böses zu tun. Der Titel der Ausstellung zitiert einen ehemaligen Khmer Rouge: “Ich musste ein Tiger werden, als ich bei meiner Rekrutierung in die ‚Zone des Tigers‘ kam.“

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Personal